Teka Schule

Der elfjährige Kibron geht gern zur Schule. Sein Lieblingsfach ist „Tigray“, wo er die Geschichte und die Kultur seiner Heimat erlernt.


GPS14.05527 39.43735
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PlaketteNeven Subotic Stiftung 100% HYGIENE


Wir begleiten den elfjährigen Kibron zur Teka-Schule

Die Teka-Schule liegt ca. zehn bis 15 Kilometer von Hawzien entfernt, mit dem Auto haben wir für die Strecke rund 30 Minuten benötigt.

Als wir auf die Schule zufuhren, entdeckten wir bereits die Gemeindemitglieder und ein großes Schild mit der Aufschrift „Willkommen“, das sie extra für uns angefertigt hatten.

Wir starteten unseren Besuch mit einer Runde Fußball, anschließend führten uns die Dorfältesten den traditionellen Tanz und Gesang der Region auf, um uns für unsere Arbeit zu danken. Bevor der neue Brunnen dann in einer wunderschönen Zeremonie eröffnet wurde, hatte ich noch die Chance, mich mit zwei Schülern und einer Lehrerin der Teka-Schule zu unterhalten.

Zuerst sprach ich mit dem elfjährigen Kibron, dessen Name auf Deutsch „Stolz der Familie“ bedeutet. Kibron hat – wie so viele hier – eine sehr traurige persönliche Erfahrung mit verdrecktem Wasser gemacht: Sein Vater, der als Bauer arbeitete, starb vor zehn Jahren an einer Durchfallerkrankung. Kibron möchte auch gerne Bauer werden. Die Familie besitzt auch bereits ein Schaf und einen Stier. Doch zunächst möchte Kibron noch die Schule beenden. Er lernt gerne, sein Lieblingsfach ist „Tigray“, ein Fach, in dem die Schüler die Geschichte und die Kultur ihrer Heimat lernen. Und Kibron hat Glück: Nicht nur in seiner Schule gibt es jetzt einen Brunnen, auch in der Nähe seines Hauses wurde vor kurzem eine neue, saubere Wasserstelle errichtet.

Wie Kibron geht auch Temsgem (zu Deutsch: „Gottes Dank“) gerne zur Schule. Mein zweiter Gesprächspartner ist ebenfalls elf Jahre alt und hat große Ziele für die Zukunft: Temsgem würde später gerne als Arzt arbeiten, um seinen Mitmenschen zu helfen und Krankheiten zu heilen. Damit das klappt, lernt er fleißig, vor allem die Naturwissenschaften haben es ihm angetan. Nach der Schule ist das Tagwerk für ihn allerdings noch nicht beendet. Er muss seiner Familie bei der Hausarbeit helfen – und da seine Familie keinen Brunnen in der Nähe hat, zählt auch das beschwerliche Wasserholen zu seinen Aufgaben. Immerhin aber bekommt er in der Schule jetzt täglich sauberes, fließendes Wasser und hat die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen.

Wie wichtig Toiletten gerade für die Mädchen sind, hat mir danach Hiwet (zu Deutsch: „Leben“) erklärt. Hiwet arbeitet als Lehrerin an der Teka-Schule und hat einen Abschluss in Mathematik und Naturwissenschaften. Nebenbei lernt sie gerade noch für ihren Bachelor in Ethik, damit sie in Zukunft auch an der „Secondary School“, einer weiterführenden Schule, unterrichten darf. Im nächsten Sommer ist sie damit fertig.

Hiwet weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es als Frau ist, einen stillen und privaten Ort zu finden, an dem sich Mädchen geschützt fühlen und reinigen können. Vor allem während der Menstruation der Mädchen ist das ein großes Problem in Äthiopien – das immer wieder dazu führt, dass sie die Schule abbrechen oder gar nicht erst hingehen.

Mit dem neuen Brunnen und den neuen Toiletten, die wir dank eurer Spenden mit dem Projekt „100% Hygiene“ errichten konnten, passiert das an der Teka-Schule nun nicht mehr.