Limeat Grundschule

Die zehnjährige Bayush Tadese besucht die vierte Klasse. Ihre Lieblingsfächer sind Mathematik, Tigrinya und Amharisch.


GPS12.36906 39.61223
Anzahl NutzerInnen277
Fertigstellung30/06/2015
PlaketteNeven Subotic Stiftung 100% HYGIENE


Lernt mit uns die Limeat-Schule kennen

Die Limeat-Schule liegt südlich von Alamata Town, wurde 2006 gegründet und wird derzeit von 277 Schülern der Klassen 1 bis 4 besucht, 133 Mädchen und 144 Jungs.

Die Schüler sind in sieben Klassen aufgeteilt, sie werden von sieben Lehrern betreut. Es gibt allerdings nur vier Klassenräume, was den Unterricht erschwert. Außerdem gibt es noch eine sogenannte 0-Klasse, eine Art Kindergarten, mit 54 sehr jungen Kindern.

Im Rahmen unseres Projekts #100ProzentHygiene wurde ein 60 Meter tiefer Brunnen errichtet, der die Schule künftig mit sauberem Wasser versorgt und die Situation der Schüler entscheidend verbessert.

Ein wichtiges Unterrichtsfach an den Schulen der Region ist „Hygiene“. Hier lernen die Schüler, wie sie ihren Körper, ihr Essen und ihre Häuser sauber halten können. Beispielsweise wird das korrekte Händewaschen bis hin zu den Ellenbogen Schritt für Schritt erklärt. Das ist besonders wichtig, um Krankheiten vorzubeugen – erst recht, wenn man nicht überall sauberes Wasser zur Verfügung hat.

Während meines Besuchs kam ich mit der zehnjährigen Bayush Tadese ins Gespräch. Sie besucht die vierte Klasse und ist im benachbarten Dorf Adi Hagos Belay geboren. Ihre Lieblingsfächer sind Mathematik, Tigrinya und Amharisch. Wie so viele ihrer Mitschüler geht auch sie zur Schule, um mehr Wissen zu erlangen und ihre Verhältnisse zu verbessern.

Wenn sie groß ist, möchte sie Ärztin werden, der Traumberuf vieler äthiopischer Kinder. Sie weiß: Um ihr Ziel zu erreichen, darf sie den Unterricht nicht versäumen, muss stets hart lernen und ihre Aufgaben gut meistern. Nur dann schafft sie es und kann später kranken Menschen dabei helfen, wieder gesund zu werden.

Laut ihren Lehrern zählt sie zu den klügsten Kindern der Schule, gemeinsam mit Haimanot Bekele, einem sehr intelligenten Mädchen, das erst die 3. Klasse besucht und trotzdem schon so etwas wie ein Vorbild für Bayush Tadese ist.

Bayush war mir schon aufgefallen, als ich noch mit ihren Lehrern sprach. Sie saß sehr ruhig an ihrem Tisch und hörte uns zu. Als ich dann auf sie zuging, haben wir unsere Namen ausgetauscht, indem wir sie auf unsere Handrücken schrieben. Sie war total süß und lachte ziemlich, als ich versuchte einen Vogel zu malen. Immerhin aber erkannte sie, was ich zeichnen wollte.

Daheim ist sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester fürs Wasserholen zuständig. Dazu besitzt die Familie zwei Kanister, einen großen und einen kleinen. Zu ihrem Glück steht ihrer Familie in der Nähe ihres Hauses ein Brunnen mit sauberem Wasser zur Verfügung, nur an der Schule fehlte ein sauberer Wasserzugang bislang. Dabei ist sauberes Wasser in dieser Region besonders wichtig, denn aufgrund der heißen Temperaturen muss man sehr viel trinken, um nicht zu dehydrieren.

Umso größer war ihre Freude über den neuen Brunnen an ihrer Schule, der nicht nur sauberes Wasser bringt, sondern auch geschlechtergetrennte Latrinen.

Endlich kann sie ohne Scheu auf die Toilette gehen und sich in der abschließbaren Kabine sicher fühlen. Dadurch, erzählte sie mir, würde ein besonderes Gefühl der Freiheit in ihr entstehen.

Für uns sind sauberes Wasser und abschließbare Toiletten Selbstverständlichkeiten, doch für die Menschen in der Tigray-Region bedeuten sie einen enormen Fortschritt. Dank eurer Hilfe können wir vielen Kindern wie Bayush Tadese in Äthiopien neue Chancen eröffnen.

Vielen Dank dafür.