Lihama Schule

Viele Mädchen konnten die Lihama Grundschule nur unregelmäßig besuchen. Doch es hat sich vieles verändert. Eine Erfolgsgeschichte.


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Fertigstellung30/06/2015
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Frisches Wasser für helle Köpfe mit Wissensdurst

Knapp 600 Schüler besuchen die Lihama Grundschule im Norden Äthiopiens. Damit zählt sie zu den größten Grundschulen der Region. Und es gibt noch eine Besonderheit: Mehr als die Hälfte der Schüler sind Mädchen. Ein tolles Zeichen, schließlich haben insbesondere Mädchen in Äthiopien oft keine Möglichkeit, dauerhaft zur Schule zu gehen. Zuständig für die Wasserversorgung der Familie und ohne Chance auf eine geschützte Intimsphäre, sind es in erster Linie die Mädchen, die nur selten oder gar nicht die Schule besuchen können. Für sie besteht folglich keine Möglichkeit, das eigene Leben durch Bildung und Perspektiven zu verbessern.

Eine besonders fröhliche und interessierte Schülerin der Lihama Grundschule ist die dreizehnjährige Goitetom Gebre-Kidan (zu Deutsch: “Königin von allem”). Auf den ersten Blick wirkt sie schüchtern, doch wenn sie Vertrauen zu einem Menschen aufgebaut hat oder sich mit ihren Freundinnen in der Schulpause beim Fangen spielen austobt, bemerkt man schnell wie temperamentvoll Goitetom ist. Gemeinsam mit ihren Schulkameraden hat sie durch den Bau eines Wasserbrunnens und neuer, geschlechterspezifischer Toiletten völlig neue Möglichkeiten den Schulalltag zu erleben. Wie zahlreiche ihrer Mitschüler kommt Goitetom mittlerweile sogar mit einer eigenen Trinkflasche in die Schule. So kann sie auch im Unterricht immer wieder Wasser trinken, nachdem sie ihre Flasche am Brunnen aufgefüllt hat.

Und auch die Möglichkeit, geschützt und sicher auf die Toilette zu gehen, hat erhebliche positive Auswirkungen auf den Schulalltag der Kinder. Insbesondere Mädchen mussten in der Vergangenheit immer zusammen zur Toilette gehen um ungestört zu sein. Das hat nicht nur Nerven gekostet, sondern auch kostbare Unterrichtszeit. Doch auch das hat nun ein Ende.

Bei unserem Besuch erzählt uns Goitetom dann zum Abschluss noch von ihrem großen Traum, später als Ärztin arbeiten zu können. Dafür möchte sie sich besonders anstrengen und auch nach der Schule viele Bücher lesen. Bei der Verabschiedung gibt sie uns eine Botschaft mit, die wir mit nach Hause nehmen sollen: “Egziabihier yihabom”. Das bedeutet: “Sie gaben uns, so lass Gott sie segnen.”