Lihama Schule

Auch die 13-jährige Goitetom Gebre-Kidan möchte den Menschen in ihrer Gemeinde helfen und später einmal Ärztin werden.


GPS13.40297 39.67455
Anzahl NutzerInnen572
Fertigstellung30/06/2015
PlaketteNeven Subotic 100% HYGIENE


Zu Besuch an der Lihama-Grundschule

Die Lihama-Grundschule ist sehr groß, über 572 Schüler besuchen die Schule. Und die Mehrheit von ihnen sind Mädchen – ein sehr positives Zeichen, denn Frauen haben es in dieser Region Äthiopiens besonders schwer.

Schon im frühen Alter müssen sie Aufgaben im Haushalt übernehmen, um ihren Müttern zu helfen. Gleichzeitig sind die Regeln, die sie beachten müssen, strenger als für die Jungs. Umso schöner ist es, dass an der Limaha-Grundschule so viele von ihnen den Unterricht besuchen und ihr Leben durch die gute Bildung verbessern können.

Eine von den Schülerinnen ist die 13-jährige Goitetom Gebre-Kidan (zu Deutsch: „Königin von allem“), die später einmal Ärztin werden möchte. Sie fiel mir beim Spielen auf, denn sie war die ganze Zeit in meiner Nähe und lachte sehr viel. Im Gespräch mit mir war sie dann allerdings sehr schüchtern. Sie blieb stets etwas auf Abstand, aber ihr Lächeln war bezaubernd und ihre Art sinnbildlich für die Mädchen dieser Region: Sie sind häufig zurückhaltend beim Sprechen, aber umso fröhlicher und ausgelassener beim Spielen.

Gespielt werden hier übrigens besonders gern klassische Fangspielen. Diesmal war ich immer der Fänger. Und egal, wie oft ich einen von den Schülerinnen und Schülern gefangen habe, sie wollten stets weitergejagt werden. Irgendwann jedoch waren unsere Kräfte am Ende, so dass wir alle eine Pause brauchten.

Goitetom und ihre Mitschüler bekommen seit wenigen Wochen ihr Wasser aus einem Brunnen, der im Rahmen unseres Projekts „100% Hygiene“ errichtet wurde. Das Wasser, das wir während unserer Pause daraus tranken, war sauber, schmeckte gut und war sogar relativ kalt. Etwas Besseres gibt es nicht, wenn man nach einem Spiel Durst hat und sich die Hände und das Gesicht erfrischen möchte.

Goitetom erzählte mir, dass es für sie ein großer Vorteil sei, dass der Brunnen jetzt so in der Nähe gelegen sei. So könne sie, wenn sie durstig ist, immer schnell hinlaufen und sich Wasser holen. Wie die meisten Schülerinnen und Schüler hatte auch sie kleine Flaschen dabei, um nicht nur während der Pausen, sondern auch während des Unterrichts trinken zu können.

Doch es ist nicht nur der Brunnen, der ihre Situation verbessert hat. Auch die neuen Latrinen, die mithilfe eurer Spenden gebaut wurden, helfen ihr sehr. Vorher gab es an der Limaha-Grundschule nur jeweils eine Toilette pro Geschlecht – und keine Tür zum Abschließen.

Goitetom ging daher meist mit einigen Freundinnen zur Toilette, wenn sie musste. Eine von ihnen ging in die Kabine, die anderen passten auf, dass niemand störte. Das hat nicht nur Nerven gekostet, sondern auch Zeit, die für den Unterricht verloren ging. Noch dazu gab es keine Möglichkeit, sich nachher die Hände zu waschen.

Doch diese Zeiten sind passé. Die Privatsphäre von Goitetom und ihren Mitschülerinnen ist jetzt dank der neuen Toiletten, in denen man sich auch die Hände mit sauberem Wasser aus dem neuen Brunnen waschen kann, geschützt.

Zum Abschied gab uns Goitetom noch einige Worte mit auf den Weg, die wir an unsere Unterstützer in der Heimat weiterleiten sollten: „Egziabihier yihabom“, zu Deutsch: „Sie gaben uns, so lass Gott sie segnen.“ Vielen Dank euch allen.