Lealay Mnkirkir

Bei unserem Besuch in Mnkirkir lernten wir Birhan Thekla kennen, die insgesamt zwölf Menschen täglich mit Wasser versorgt.


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PlaketteNeven Subotic Stiftung Danke an KNSK


Die Frau aus Lealay Mnkirkir
Lealay Mnkirkir ist eine Gemeinde in der Nähe von Abiy Addi. Dort haben wir mit dem Projekt „100% Wasser“ einen Brunnenbau vorangetrieben, der vor acht Monaten fertiggestellt wurde.
Bei unserem Besuch lernten wir Birhan (zu Deutsch: Licht) Thekla kennen. Die 20-Jährige ist Mutter einer dreijährigen Tochter namens Million und lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder samt seiner Frau und drei Kindern in einem gemeinsamen Haushalt. Insgesamt zwölf Menschen versorgt sie mit dem Wasser, das sie aus dem Brunnen in Lealay Mnkirkir bezieht. Ihr könnt euch vorstellen, dass dazu oft nicht nur ein Gang ausreicht, sondern Birhan mehrmals täglich mir ihrem Esel zum Brunnen und zurück laufen muss. Doch das ist kein Vergleich zu ihrer Situation vor dem Brunnenbau.
Bevor das Leben ihrer Gemeinde vor acht Monaten durch den neuen Brunnen eine positive Wendung nahm, musste Birhan nämlich drei Stunden von ihrem Haus zur nächsten Wasserquelle wandern. Insgesamt war sie also sechs Stunden unterwegs – nur um Wasser zu holen. Und das gelang nicht mal immer, weil die Quelle oft ausgetrocknet war oder es nur so wenig Wasser für die wartende Menschenmenge gab, dass es nicht reichte, um Birhans Familie zu versorgen.
Kein Wunder, handelte es sich bei der Quelle doch um den kleinen Nebenarm eines Flusses, der erst mit den Händen frei gegraben werden musste. Das wenige Wasser war daher auch noch verdreckt und mit Krankheitserregern kontaminiert.
Kein Mensch dieser Welt sollte so eine Tortur auf sich nehmen müssen, nur um seine Grundversorgung in aller Dürftigkeit zu sichern. Denn die Zeit, die Birhan fürs Wasserholen aufbringen musste, hätte sie in der Vergangenheit wesentlich besser investieren können.
Dank des neuen Brunnens in Lealay Mnkirkir gehört der sechsstündige, oft erfolglose Trip jetzt endlich der Geschichte an, wie sie uns bei unserem Besuch in ihrem Haus erklärte. Und noch etwas hat sich seitdem entschieden gebessert: Die Kindern der Familie, berichtete sie uns, seien nun wesentlich zufriedener. Warum, das konnte sie nur raten. Sie vermutet, es liegt am sauberen Wasser, das kein Bauchweh mehr verursacht, und daran, dass sie jetzt viel mehr Zeit hat, um sich um ihre kleine Tochter zu kümmern. Das frische, saubere Wasser sei gut für ihren Haushalt – und für die gesamte Gemeinde.
Bevor wir uns verabschiedeten, erzählte uns Birhan noch von ihren Träumen für die Zukunft. Sie hofft, dass ihre Tochter Million ein besseres Leben als sie selbst leben kann. Sie soll zur Schule gehen, ihren Abschluss machen und dann einen Arbeitsplatz bekommen. Idealerweise in der Regierung, denn das gäbe Sicherheit für die Zukunft.
Dank eurer Spenden für „100% Wasser“ ist Birhans Familie der Erfüllung dieser Träume ein Stück näher gekommen.