Gandajala Grundschule

Kedir möchte später einmal Arzt werden. Sein Ziel verfolgt er konsequent. Er ist ein Vorbild für seine Mitschüler.


GPS12.44807 39.63727
Anzahl NutzerInnen250
Fertigstellung30/06/2016
PlaketteNeven Subotic Stiftung 100% HYGIENE


Ein junger Mann mit großen Plänen

Kedir ist ein junger, sportlicher Kerl mit einem herzlichen Lachen. Seine Mitschüler freuen sich immer darauf, mit ihm die Schulpausen zu verbringen, schließlich hat er immer etwas zu erzählen und verbreitet gute Laune. Hinzu kommt, dass Kedir für seine 13 Jahre schon sehr viel weiß. Er liebt es zu lesen und möchte später einmal Arzt werden, um möglichst vielen Menschen aus seiner Region helfen zu können, wenn es ihnen schlecht geht.

Gemeinsam mit 250 Schülerinnen und Schülern besucht Kedir die Gandajala-Grundschule rund 150 Kilometer südlich von Mek’ele. Kedir gilt als einer der besten Schüler der gesamten Schule. Seine Lehrer sind oft begeistert von seinem Wissen, dass er sich zusätzlich abseits der Schule aus Büchern aneignet. Zu seinen Lieblingsfächern zählen die Sprachen: Tigrinya, die lokale Sprache, aber auch Amharisch, die Nationalsprache Äthiopiens. Und Englisch natürlich. Kedir schreibt gerne Aufsätze oder Gedichte in verschiedenen Sprachen. Der beste Weg, so Kedir, um sich der Sprache anzunähern und sich die Vokabeln besser merken zu können. Nur eines mag er überhaupt nicht: Wenn ihn jemand oder etwas daran hindert, am Unterricht teilzunehmen. Denn er möchte noch viel lernen und sich komplett auf die Schule einlassen, um später ein besseres Leben führen zu können. Außerdem ist er gerne mit seinen Freunden zusammen.

Im Unterricht hat Kedir früh gelernt, dass es schlimme Folgen haben kann, Wasser aus offenen Quellen wie Flüssen oder Bächen zu trinken. Es ist häufig verseucht und verdreckt. Deshalb stört es ihn, wenn seine Mitschüler aus Pfützen trinken oder aus dem Fluss in der Nähe der Schule. Ihm ist bewusst, dass es sie schnell krank machen kann.

Es ist noch nicht lange her, da gehörte Kedir selbst zu den vielen Menschen in Äthiopien, die ihr Wasser aus solch verunreinigten Quellen beziehen müssen. Auch er und seine Familie holten sich ihr Wasser täglich aus dem Fluss Dayu, um damit zu waschen, zu kochen oder es zu trinken. Irgendwann bohrte sein Vater dann selbst ein Loch, um daraus Wasser zu beziehen, damit seine Frau und seine Kinder nicht immer so weite Wege mit den Kanistern zurücklegen mussten. Doch die Qualität des Wassers konnte dadurch nicht entscheidend verbessert werden, da das Loch nur notdürftig vor Schmutz geschützt werden konnte.

Doch es hat sich in den letzten Monaten vieles zum Besseren verändert: Seit Kurzem gibt es in der Gemeinde einen neuen Wasserbrunnen. Das saubere Wasser sorgt dafür, dass deutlich weniger Menschen krank werden und auch Kedir hat nun die Möglichkeit, ohne Unterbrechungen die Schule besuchen zu können. Und auch an seiner Schule dauert es nicht mehr lange: Bald wird dort erstmals ein Brunnen stehen und dafür sorgen, dass alle Kinder täglich Zugang zu sauberem, frischem Wasser haben. Kedir hat sich bereits informiert, was dies für die Schule bedeutet. Er möchte den richtigen Umgang mit dem Brunnen und den neuen Sanitäranlagen, die ebenfalls gebaut werden, seinen Mitschülern beibringen und dafür sorgen, dass keine Schäden oder Verschmutzungen entstehen.

Schon in jungen Jahren strahlt Kedir ein ungewöhnliches Verantwortungsbewusstsein aus. Er würde als Arzt eine tolle Arbeit leisten. Mit der nötigen Zeit und Gesundheit wird sich dieser Wunsch ganz sicher erfüllen.