Gandajala Grundschule

Kedir möchte später einmal Arzt werden, er ist sehr wissbegierig und will seiner Dorfgemeinschaft helfen.


GPS12.44807 39.63727
Anzahl NutzerInnen249
Fertigstellung30/06/2016
PlaketteNeven Subotic Stiftung 100% HYGIENE


Besucht mit uns die Gandajala-Grundschule in der Nähe von Almata Town

Die Gandajala-Grundschule liegt rund 150 Kilometer südlich von Mek’ele. Dort werden insgesamt 249 Schüler unterrichtet, 130 Jungs und 119 Mädchen.
Im Rahmen meines Besuchs machte ich eine spannende Begegnung mit einem sehr aufgeweckten Jungen namens Kedir Abdu. Sein Lehrer erzählte mir, er sei so etwas wie der Vorzeigeschüler der dritten Klasse. All seine Mitschüler und die unteren Klassen blicken zu ihm herauf.
Er ist ein Vorbild, denn er ist im Unterricht stets sehr aufmerksam und aktiv. Wenn der Lehrer eine Aufgabe stellt, ist Kedir immer einer der ersten, die die Antwort nennen wollen. Und da er zu den cleversten Jungs gehört, sind seine Antworten meist richtig.
Am liebsten lernt er Sprachen. Tigrinya, die lokale Sprache, aber auch Amharisch, die Nationalsprache Äthiopiens, oder Englisch. Kedir schreibt auch bereits fleißig Gedichte und Aufsätze. Nur eins mag er überhaupt nicht: Wenn ihn jemand oder etwas daran hindert, am Unterricht teilzunehmen. Denn er möchte sich weiterbilden und sich komplett auf die Schule einlassen, um später ein besseres Leben führen zu können.
Im Unterricht hat Kedir gelernt, dass es nicht gut ist, Wasser aus offenen Quellen wie Flüssen oder Bächen zu trinken. Es ist häufig verseucht und verdreckt. Deshalb stört es ihn, wenn seine Mitschüler aus Pfützen trinken oder aus dem Fluss Dayu in der Nähe der Schule. Er weiß, dass es sie krank machen kann.
Es ist noch nicht lange her, da gehörte Kedir selbst zu der Mehrheit des Landes, die ihr Wasser aus solchen verunreinigten Quellen beziehen muss. Auch er und seine Familie holten sich ihr Wasser aus dem Fluss Dayu, um damit zu waschen, zu kochen oder es zu trinken. Irgendwann bohrte sein Vater dann selbst ein Loch, um daraus Wasser zu beziehen, damit seine Frau und seine Kinder nicht immer so weit mit den Kanistern laufen mussten. Doch die Qualität des Wassers nahm dadurch nicht zu, da das Loch nur notdürftig vor Schmutz geschützt wurde.
Erst vor kurzem erhielt seine Gemeinde einen Brunnen, der dank des sauberen Wassers daraus Kedirs Gesundheit sichert und dadurch seine Chancen auf eine bessere Zukunft erhöht. Und bald ist auch der Brunnen an seiner Schule fertig gestellt, der durch unser Projekt „100% Hygiene“ finanziert wurde. Nur die äußere Wand des Bohrlochs fehlt noch.
„Wenn ich sauberes Wasser habe“, sagte er mir, „dann kann ich gesund bleiben und auf meine Hygiene achten. Und ich kann mich vor Krankheiten schützen, die durch dreckiges Wasser übertragen werden.“ All das hat Kedir im Unterricht bereits gelernt. Genau wie den richtigen Umgang mit den Toiletten, die ihm in Kürze ebenfalls zur Verfügung stehen werden. „Dann kann ich mein Umfeld vor Fäkalien schützen und die Gefahr verringern, dass sich jemand durch den Kontakt damit mit Krankheitserregern ansteckt.“
Während wir sprachen, benutzte Kedir immer wieder die Wörter „wir“ und „uns“. Er bezog sich immer auf seine Mitschüler und seine Gemeinde, deren Wohl ihm sehr am Herzen liegt. Uns überraschte es dann auch nicht, als er verriet, später einmal als Arzt arbeiten zu wollen. Dieser Job wäre perfekt für ihn, denn schon in jungen Jahren denkt er unheimlich viel über die Gesundheit von sich und seinen Mitmenschen nach.
Als Arzt könnte er seinen Gemeindemitgliedern sehr helfen. Er könnte sie darüber aufklären, wie sie sich vor Krankheiten schützen können. Ihnen den richtigen Umgang mit Wasser beibringen und ihnen sagen, dass man es zumindest vorher abkochen sollte, bevor man es verwendet. Die Techniken dazu kennt er bereits. Mit der nötigen Zeit und Gesundheit wird sich sein Traum deshalb mit Sicherheit erfüllen.